Tierhilfe Bulgarien e.V.

Verein zur Rettung notleidender Tiere in der Stadt Varna und Umgebung

Geschichten um unsere geliebten Tiere


Vasko - gerettet durch die Hilfe engagierter Tierfreunde

Herr Weiß aus München war in Goldstrand auf Urlaub und traf den Hund immer zur gleichen Uhrzeit, wartend auf ein Herrchen, das nie wiederkam. Er war sehr heruntergekommen und das Fell hing extrem lang und in Fetzen. Mit großem Einsatz und durch mit Hilfe verschiedener Tierfreunde gelang es Herrn Weiß schließlich, ihn nach Deutschland zu überführen und ihn in eine neue Heimat zu vermitteln. Hier sein ausführlicher Bericht:




Felix, der Glückliche

Varna. Auf der Straße unterwegs zum Futterplatz sah ich an der Hauswand gegenüber etwas entlanghumpeln. Ich traute meinen Augen nicht. es war eine Katze, ein hinteres Bein hinter sich herziehend, erbärmlich.

Mit dem Kater zum Tierarzt. Dieser erklärte mir, das Bein wäre abgestorben und müsste amputiert werden. Nun, ich bin Laie... Nach der OP stellte ich mit Entsetzen fest, dass wie mit einem Beil das Beinchen abgehackt worden war.

Ich flog nach Deutschland. Der deutsche Tierarzt war erschüttert und hat kostenlos eine neue OP übernommen. Der Kater hat sehr gelitten. In Bulgarien wurde die Wunde nicht zugenäht, rohes Fleisch vereiterte und es musste noch ein Stück Bein mehr amputiert werden. Er hat das geschafft. Eine unvergessliche Begegnung!




Rosa, jetzt "Frenzy"

Das ist die Geschichte von "Rosa", die jetzt "Frenzy" gerufen wird. Die aparte Hündin mit dem freundlichen Wesen war mir schon bei früheren Aufenthalten in St. Konstantin aufgefallen. Sie war schon immer sehr dünn, verursacht durch viele Schwangerschaften und das kräftezährende Säugen der Jungen. Rosa begegnete mir immer auf den Straßen oder in den Parkanlagen oder sie bettelte vor den Hotels um Futter.

Zu meinem Erstaunen hatte sie aber einen Besitzer. Als ich ihn fragte, ob die Hündin für ihn kostenfrei kastriert werden dürfe, wurde er richtig böse. Er spekulierte damit, die Dalmatiner Dame würde reinrassige Kinder bekommen, die wollte er verkaufen. Im vorigen Oktober, die Hündin war klapperdürr, fünf herrenlose Junghunde vermehrten die Schar der Straßentiere, da in einem beherzten Augenblick nahm ich Rosa an die Leine, und tierliebe Menschen brachten sie nach Deutschland.

Beim ersten Tierarztbesuch stellte sich heraus: Rosa litt an Atemnot und das Zwerchfell war gerissen. Notoperation! Die 15(!) Welpchen waren schon tot, alle Organe von Rosa verschoben, wahrscheinlich durch einen noch in Bulgarien erlittenen Autounfall. Die Hündin konnte gerettet werden und durfte in ihr neues Zuhause zurück. Glück gehabt, Rosa!


 

Die Geschichte von Bonnie (vorher Ana)

Im Sommer 2005 entdeckte ich per Zufall die Anzeige des TSV Seligenstadt im Internet. Ein kleines dreifarbiges Wesen lag auf dem Boden und schaute angstvoll mit gro§en Augen in die Kamera...
Es war "Liebe auf den ersten Blick"....

Ana kam am 10. August 2005 zu uns.
Sie war total verschüchtert, ihr Gesicht war sehr zerkratzt, und sie verschwand aus lauter Angst unter dem Sofa im Arbeitszimmer. In den darauf folgenden Tagen haben wir sie nicht gesehen, da Ana (die mittlerweile zu Bonnie umgetauft wurde) nur in der Nacht zum Fressplatz + Katzenklo kam....

Und das ging ganze drei (!) Monate so weiter !!
Während dessen habe ich immer wieder versucht, sie unter dem Sofa hervorzulocken. Jeden Tag lag ich auf dem Teppich und hab mit ihr geredet, oder einfach mal nur laut aus einem Buch vorgelesen, damit sie sich an meine Stimme gewöhnt. Natürlich gab es auch hin und wieder Leckerlis, die ihr die Angst vor meiner Hand nehmen sollten... Das klappte so weit ganz gut, sie ließ sich auch gerne kraulen, aber sie kam und kam nicht raus...

Im Januar war es dann soweit, der erste Tierarzt-Besuch (Impfungen) stand an, und ich musste sie zwangsweise aus ihrem Versteck herausholen. Die Angst konnte man ihr deutlich ansehen!

Als wir vom Tierarzt zurück kamen, befürchtete ich das Schlimmste - dass sie für die nächsten 3 Monate wieder unter der Couch verschwindet ... Ich öffnete die Transportbox und erwartete eine "Staubwolke", sprich eine schnell flüchtende Bonnie.

Aber das geschah nicht.

Bonnie kam gaaaaaaaaaaanz langsam aus der Box hervor, lief sehr lange und gründlich hoch erhobenen Hauptes durch die Wohnung, und inspizierte ihr Reich. Ich kann es mir nicht wirklich erklären, aber es war, als ob dieses "ich bin wieder da, wo ich vorher schon gewesen bin" so eine Art Schlüsselerlebnis für sie war - jedenfalls war sie danach wie ausgewechselt.....

In den darauf folgenden Tagen und Wochen fasste sie immer mehr Vertrauen. Sie folgte mir auf Schritt und Tritt, kam auf Zuruf und wurde immer verschmuster...

Nun sind schon ein paar Jahre vergangen und Bonnie ist eine ganz liebe, brave und dankbare Katze. Sie hat uns nie Probleme gemacht und genießt ihr Leben. Dazu gehören ausführliche Sonnenbäder und Putzstunden, spielen mit dem Laserpointer oder einer Fellmaus. Sie liebt es, sich bürsten zu lassen und belohnt uns dafür mit lauten Schnurren in den unterschiedlichsten Tönen. Wenn sie schmusen will, kommt sie und fordert das unnachgiebig mit Kopfstupsen ein... Sie macht "Männchen" für ein Stückchen Ziegenkäse und liebt Hühnchenfleisch.

Seit dem Frühjahr 2006 ist Bonnie nicht mehr alleine. Trotz anfänglicher Bedenken wollten wir ihr einen Artgenossen zur Seite geben. So kam Kater Clyde (ein Straßenkater aus Spanien) zu uns und hat im Sturm ihr Herz erobert.

Die Beiden teilen sehr harmonisch ihr Revier und gehen sehr fürsorglich miteinander um. Es wird (besonders im Winter) gemeinsam gekuschelt, sich gegenseitig geputzt und miteinander gespielt. Im Sommer lieben es beide, den Tag auf dem (vernetzten) Balkon zu verbringen, dort in einem Karton voll Stroh zu düsen, Fliegen zu jagen oder die Gegend zu beobachten....

Besser kann man es sich für die zwei Fellnasen fast nicht wünschen, und wir hoffen, dass unser "Gangsterpärchen" Bonnie & Clyde noch ein schönes langes Katzenleben haben werden!

Herzliche Grüße! Eva & Joschi Kleber





Wiedersehen mit Argos

(Als Odysseus zwanzig Jahre nach der Zerstörung Trojas in seine Heimat zurückkehrt,
erkennt ihn dort niemand wieder außer sein inzwischen altersschwach gewordener Hund Argos.)

Hier lag Argos der Hund, von Ungeziefer zerfressen.
Dieser, da er nun endlich den nahen Odysseus erkannte,
Wedelte zwar mit dem Schwanz, und senkte die Ohren herunter;
Aber er war zu schwach, sich seinem Herren zu nähern.
Und Odysseus sah es, und trocknete heimlich die Träne,
Unbemerkt von Eumäos, und fragete seinen Begleiter:

Wunderbar ist es, Eumäos, daß dieser Hund auf dem Miste
Liegt! Sein Körper ist schön von Bildung; aber ich weiß nicht,
Ob er mit dieser Gestalt auch schnell im Laufe gewesen,
Oder so, wie die Hund' um der Reichen Tische gewöhnlich
Sind; denn solche Herren erziehn sie bloß zum Vergnügen.

Ihm antwortetest du, Eumäos, Hüter der Schweine:
Freilich! denn dies ist der Hund des ferne gestorbenen Mannes.
Wär' er derselbige noch an Gestalt und mutigen Taten.
Als wie Odysseus ihn, gen Troja schiffend, zurückließ.
Sicherlich würdest du jetzo die Kraft und die Schnelle bewundern!
Trieb er ein Wildbret auf im dichtverwachsenen Waldtal,
Nimmer entfloh es ihm; denn er war auch ein weidlicher Spürhund.

Aber nun liegt er im Elend hier; denn fern von der Heimat
Starb sein Herr, und die Weiber, die faulen, versäumen ihn gänzlich.
Das ist die Art der Bedienten: Sobald ihr Herr sie nicht antreibt,
Werden sie träge zum Guten, und gehn nicht gern an die Arbeit.
Zeus' allwaltender Rat nimmt schon die Hälfte der Tugend
Einem Manne, sobald er die heilige Freiheit verlieret.

Also sprach er, und ging in die schöngebauete Wohnung,
Eilte dann grad' in den Saal zu den übermütigen Freiern.
Aber Argos umhüllte der schwarze Schatten des Todes,
Da er im zwanzigsten Jahr Odysseus wieder gesehen.
     (Homer: Odyssee, 17. Gesang, 300-327, in der Übersetzung von J.H. Voß)


 

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